D’Amici Streichquartett

Schon bevor das ganz neu gegründete D’Amici String Quartet sein erstes Konzert gespielt hatte, lagen ihm attraktive neue Einladungen vor. Denn das Konzert in der Stadthalle Tuttlingen fiel im Januar dieses Jahres in die Einspiel- und Startphase eines Quartetts, dessen Stimmen ausnahmslos von hochkarätigen Musikern besetzt ist. Die CD von dem Konzert wird schon von Sammler heiß begehrt. Dieses Quartett ist beides: ein junges, lebendiges Ensemble, noch frei von manchen Abnützungserscheinungen, wie sie bei langen „Musik-Ehen“ schwerlich vermeidbar sind… Auf der anderen Seite stehen über 45 Jahre Quartett-Erfahrung und gut 4000 Konzerte. So paaren sich beim D’Amici String Quartet die Frische des Neuen mit höchstem internationalem Niveau. Die Musiker musizieren miteinander seit Jahren, als Quartettmitglieder aber erspielten sie sich ihre Meriten in anderen Ensembles. Dessen ungeachtet setzt die Fachwelt (der ausnahmslos unsere „Quartettler“ im Sinne regelmäßiger und internationaler Juroren-Tätigkeit selbst angehören) höchstes Vertrauen in diese Neugründung, ablesbar an den bisherigen Zukunfts-Einladungen. So viel steht jetzt schon fest, das Ensemble wird allein bis 2006 auch in London, New York, Australien, Japan und Italien gastieren.

Federico Agostini spielt die erste Geige. Seine musikalische Beweglichkeit stellt er als gesuchter Künstler solistisch wie kammermusikalisch unter Beweis, langjährig besonders bei „I Solisti di Roma“ und „I Musici“. Bevor er an die Indiana University Bloomington wechselte, unterrichtete er an der Musikhochschule Trossingen. Er studierte an den Konservatorien von Triest und Venedig, schließlich bei der Accademia Chigiana in Siena, bei Salvatore Accardo und Franco Gulli. 

Joske Kawasaki, Absolvent der Juilliard School, wo er  bei Dorothy DeLay studierte, übernimmt den Part der zweiten Geige. Er wird regelmäßig zu bedeutenden Festivals geladen, wie zum Aspen Music Festival, Caramoor, oder zum Niagara International Chamber Music Festival in Norfolk. Er lebt heute in New York.

James Creitz, Viola, 1957 in Madison, USA geboren, gilt als einer der führenden Bratscher seiner Generation. Sein erstes Konzert gab er im Alter von fünf Jahren. Als Patenkind von Rudolf Kolisch war er schon als Kind Zuhörer bei Proben und Konzerten des Pro Arte Streichquartetts. Seine ersten Kammermusiklehrer und späteren Partner waren Mitglieder des Guarneri-Quartetts, des Vegh-Quartetts und des Beaux Arts-Trios. Er studierte bei Bruno Giuranna und an der Yale University. Preisträger bei zahlreichen Wettbewerben, ist er in fast allen Metropolen Nord- und Südamerikas, Europas, in Nahost und Fernost als Solist aufgetreten, unter anderem in der Mailänder Scala, dem Sydney Opera House, der Queen Elizabeth Hall und der Suntory Hall. James Creitz ist häufig Gast bei wichtigen Festivals wie dem South Bank Festival (London), wo er mit Yo Yo Ma musizierte, bei den Salzburger Festspielen, den Berliner Festwochen. Seit 1991 ist er Professor für Viola an der Trossinger Musikhochschule. Er spielt eine Grancino-Viola von 1695. Ihm wurde 2001 einen UNESCO Preis verliehen.

Sadao Harada, Violoncello. Er war der jüngste Solocellist des Tokyo Symphonieorchesters, bevor er in die USA auswanderte, um dort seine Karriere fortzusetzen. Er absolvierte die Juilliard-Schule und studierte dort mit Claus Adam, Robert Mann und Raphael Hillyer. Er ist Begründer des berühmten Tokyo String Quartet (1969) und blieb bis zum Jahr 1999 dessen Cellist. In diesen dreißig Jahren führte er das Quartett, das für seine außergewöhnliche technische Brillanz und nuancierte Dynamik bekannt ist, an die Weltspitze. Heute ist Harada viel beschäftigter Musiker, Solist, Kammermusikpartner und Pädagoge. Er spielte so als Solist unter Seiji Ozawa und arbeitet besonders mit Jessye Norman zusammen. Harada ist ebenfalls Professor an der Musikhochschule Trossingen.